14. JANUAR 2017 | SAMSTAG 20 UHR 

WunderBunt ist einzigartig.
Dirk Werner & die Wunder-Bunt-AG

Unter der musikalischen Regie von Dirk Werner (zoffvoices) entsteht auf der Bühne das wohlstrukturierte WuBu-Chaos. Vielseitig und kontrastreich, aktuell und nostalgisch, sanft und energisch.
Die Sechs von WuBu Sabine Burger, Julia Fuchs, Michael Günther, Nicole Keller, Achim Raad & Dirk Werner spielen feinste Popmusik unplugged.
Auf Cajon, Xylophon, Kla4, Gitarren, Bass, Claviola, Akkordeon, Vibraslapundvielpercussionundshakerundso.
Ab und zu tauschen sie die Instrumente. Und natürlich singen sie auch. Allein, zu zweit oder als Vokalensemble. Ein Unplugged-Erlebnis der besonderen Art, zum  ersten Mal auf der Mühlenbühne.

Eine stets neu inspirierte »WunderBunte« Mischung

www.dirk-werner.com

Pressestimmen:      >>> mehr Bilder

Dirk Werner und die WunderBunt AG verzaubern in der Mühle Oberteuringen

15.01.2017 SK Harald Ruppert

Wenn eine Band mit der Vokabel "Unplugged" für sich wirbt, steckt dahinter oft nur eine Lagerfeuerkombo, die auf einen hohlen Kübis klopft und mit drei Gitarrrengriffen Coversongs runterklampft. Bei Dirk Werner und der WunderBunt AG in der Teuringer Mühle ist das anders.

Schöner, runder, berührender kann man sich nicht durch die Jahrzehnte spielen als der Bandleader und seine Musiker Sabine Burger, Julia Fuchs, Michael Günther, Nicole Keller und Achim Raad. Was neben feinen Arrangements und einer vielseitigen Instrumentenpalette auch am Gesang liegt: Von sechs Musikern lassen fünf ihre Stimmen hören, darunter die ganze weibliche Hälfte. So erlebt man "Helplessly hoping" von Crosby, Stills & Nash vielleicht erstmals männerfrei, in vollendeter Dreistimmigkeit. Aber die charmanteste Überraschung präsentiert die WunderBunt AG gleich zum Auftakt: "Subsitute", den 70er-Jahre-Hit der Mädchenband Clout aus Südafrika. Kennt jeder, spielt aber seit 30 Jahren kein Mensch mehr. Schade, denn wenn Julia Fuchs den Text stoßseufzt, geht der Song dorthin, wo er hingehört: unter die Haut.

Stück für Stück zelebriert die Band in einem behaglichen Wärmflaschensound, der ideal zu eisglatten Januarstraßen passt. Zu "You don't bring me flowers" gibt's sogar eine kostenlose Mahlzeit: den Klos im Hals. Aber in Rührseligkeit suhlt sich die Wunderbunt AG nicht – da sind ja auch noch die zünftigen Schnurren. "Something in the water" von Brooke Fraser, so temperamentvoll geschmettert, dass man an Seemänner und Schiffszwieback denkt. Oder "My dear" von Katzenjammer: da wird simmungsmäßig das fröhliche Tingelangel eines Jahrmarktkarussells aufgeboten.

Zum Gedenken an Leonard Cohen singt die Band, dem Herrn sei Dank, mal nicht "Hallelujah" wie alle anderen, sondern huldigt einer inzwischen bezaubernd alten Lady: "Suzanne", mit einem fein gestaffelten Backgroundchor, so goldfarben getönt wie das Gebräu der "Tea leaves", von denen im Text die Rede ist. Eine besondere Preziose ist "Little green" von Joni Mitchell, deren Vier-Oktaven-Stimme man erst mal gerecht werden muss – für Sabine Burger indes kein Problem.

Und was ist mit den Herren der Schöpfung? Dirk Werner und Achim Raad bestechen im Duett mit den Kings of Convenience, den Simon & Garfunkel der auch schon wieder "hinüberen" Nullerjahre: "Winning a battle, losing the war", zweistimmig gesungen über Achim Raads filigraner Gitarre, schaut versonnen den Eisblumen beim Wachsen zu.

Aber nicht nur die Eisblumen wachsen, auch die Jahresringe am Lebensbaum nehmen zu, und "Mann" wird älter: aus verschneiten Seelengefilden singt Dirk Werner solistisch einen Song aus Stings akteller Kunstlied-Phase – "I love her but she loves someone else"; unterm Srich ein karge Betrachtung von Selbstfindungsproblemen in Tagen des ergrauten Barts. Aber wenn dann Nicole Keller "You've got a friend" singt, ist alles wieder gut. Überhaupt ist manchmal der beste Freund ein Konzert wie dieses.


Wunderbar: Dirk Werner und die „WunderBunt AG“

17.01.2017 SZ Michael Tschek

Premiere gelungen – Sechs Musiker zelebrieren in der „Mühle“ einen denkwürdigen Abend


Die Gruppe WunderBunt zieht das Mühle-Publikum in Bann.
Die Gruppe WunderBunt zieht das Mühle-Publikum in Bann.
Michael Tschek

Unter die Haut gehend, berührend, einfühlsam, melancholisch, temperamentvoll – es gibt sicherlich noch mehr Attribute, die auf das Konzert der sechs Musiker von „WunderBunt“ zutreffen, mit dem sie am Samstagabend das Publikum im Kulturhaus „Mühle“ in ihren Bann gezogen haben. Es war ihr erster Auftritt auf der Mühlenbühne in Oberteuringen, wobei das Urteil des Publikums eindeutig ausfiel: Premiere mehr als gelungen.

„Kommen die Leute dann auch?“ Diese Frage hatte sich das Mühle-team noch Anfang vergangener Woche gestellt, nachdem der Kartenvorverkauf für den Abend doch sehr schleppend angelaufen war. Aber irgendwie mussten dann die Zuhörer aufgrund der Vorankündigung gedacht oder gehofft haben, dass der Abend doch etwas Besonderes werden könnte, denn trotz winterlicher Straßenverhältnisse füllte sich der Saal. Für die wohltuende, gemütliche Herzenswärme sorgten unplugged vom ersten Ton an Sabine Burger, Julia Fuchs, Michael Günther, Nicole Keller, Achim Raad und Bandleader Dirk Werner mit einer wunderbar bunten Mischung aus feinster, meist nostalgischer Popmusik. Dabei spielten sie nicht nur auf den verschiedensten Instrumenten und tauschten sie ab und zu untereinander aus, sondern sangen allein, zu zweit oder auch als Vokalensemble.

Gleich zu Beginn überraschte die Band mit dem Titel „Substitute“, einem Hit aus den 70er-Jahren der Mädchenband „Clout“, bei dem Julia Fuchs gleich mit brillanter Stimme begeisterte. Nostalgisch ging es mit „Bette Davis Eyes“, dem Song, den Kim Carnes 1981 weltberühmt gemacht hatte, weiter, eindrucksvoll interpretiert von Sabine Burger. Die Dritte der Musikerinnen in der Band stimmte beim dritten Titel „Helplessly Hoping“ von Crosby, Stills & Nash aus dem Jahr 1969 mit ein. Lauter Titel also, die dem Publikum wohlbekannt waren, und den einen oder anderen schon mal im Takt mitwippend und schnippend inspirierte. Nicht weniger überzeugend präsentierten sich auch die Herren der Schöpfung, allen voran mit der Stimme Bandleader Dirk Werner bei seiner Hommage an den verstorbenen Leonard Cohen mit „Suzanne“ oder auch bei „Winning a Battle“ von „Kings of Convenience“, bei dem er exzellent von Achim Raad an der Gitarre begleitet wurde.

Unplugged der besonderen Art

Ein Mitsinglied war sicherlich auch „Jolene“, im Original von Dolly Parton 1974 veröffentlicht und im letzten Jahr durch „BossHoss“ wieder in Erinnerung gebracht, bei dem Sabine Burger und Julia Fuchs ein betörendes Duett vortrugen. Fetzig mit „Something in The Water“, von Brook Fracer neigte sich der Abend dem Ende zu. Dirk Werner und seine Band gaben natürlich mit „I’m Still Standing“ von Elton John und „You‘ ve Got a Friend“ von James Taylor & Carole King eine Zugabe. Letzterer Titel heißt übersetzt „Du hast einen Freund bekommen“. Freunde hat sich die „WunderBunt AG“ an diesem Abend mit ihrem Unplugged-Erlebnis der besonderen Art sicherlich auch gemacht.