Im allergeschicktesten Outfit unter gleißenden Bühnenstrahlern begegnet sich Karlheinz „Kalle" König „Allein in der Sauna". Was als wöchentliches Ritual beginnt, endet für ihn in einem sich selbst überlassenen und Selbstvertrauen vernichtenden Fiasko. Kommt er doch mit seinem Spezl Thorsten regelmäßig und zur Erbauung – anscheinend auch der Gesundheit wegen – in die Schwitzkammer. Aber heute kommt außer ihm: Niemand! So ganz allein ist er denn doch nicht. Als karriereorientierter Rechtsanwalt darf sein Mobiltelefon selbst in der Bademanteltasche klingeln. Trotz „einziger freier Tag" und „man muss auch mal auf sich schauen", widersteht er keinem Rufzeichen. Ob Filius, Ehegespons, Anfasserin, Klient, Spezl – ER pocht selbst-bewusst auf Selbst-Bestimmungsrecht und Freizeitanspruch. Doch mit jedem Anruf bröckelt die Fassade weiter...
Pinkus Frank, der Autor des Stücks, zeichnet einen eher egoman-sympathischen Charakter, den „am Ende des Tages" Niemand wirklich sympathisch findet. Ein wenig Mitleid kommt bestenfalls auf, da Kalles notgeborene Einsicht auf selbst-grabende Selbst-Zweifel bis zum tiefen Minderwertigkeitsgefühl basiert.
Einmal mehr hat Matthias Schmid seine schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis gestellt (War bereits im April 2011 mit Bukowskis „15 Zentimeter" und im Oktober 2012 mit dem Ozeanpianisten „Novecento" in der Teuringer „Mühle") - gelang es ihm nicht nur die vorkommenden Geschlechterkampfklischees authentisch rüber zu bringen, sondern auch den saunatypischen Schweiß. In laszivoiden Posen und banalfrivolen Themenanschnitten bot er dem Publikum (zwei Drittel weiblich) genügend Gründe für selbsterfahrenes Spontanabwehrlachen bis fremdhämisches Schadenfrohgekicher. Beinahe 100 Gäste zog der Leiter der Basler „Matts Theater Rampe" diesmal in die „Mühle" – ein vorläufiger und durchaus erarbeiteter Rekord, waren seine vorhergehenden Vorstellungen unbegründeterweise doch eher „dürftig" besucht.